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Verbunden und trotzdem frei – wie alternative Beziehungsformen gelingen können

Wie verändert sich unser Bild von Liebe, wenn Beziehungen offener gedacht werden? Das neue Buch von Dr. Ursina Donatsch, “Verbunden und trotzdem frei”, lädt dazu ein, alternative Partnerschaftsmodelle kennenzulernen – mit all ihren Chancen und Herausforderungen. Auf Basis langjähriger Erfahrung zeigt die Autorin, Paartherapeutin, Sexologin und promovierte Wissenschaftlerin, verständlich und praxisnah, wie Menschen ihren eigenen Weg zwischen Freiheit und Verbundenheit finden können. Wir haben mit Ursina Donatsch über Mythen und Vorurteile, die Rolle der Kommunikation, Tipps für Fachpersonen und die Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen gesprochen.

Mehrere Hände bilden vor einem blauen Hintergrund zwei Herzen, die eng miteinander verbunden sind. Bild: Shutterstock / REDPIXEL.PL

“Verbunden und trotzdem frei” ist der Titel Ihres neuen Buches. Welchen Stellenwert haben Freiheit und Verbundenheit in Beziehungen in Ihren Augen?

Der Stellenwert ist sehr hoch, in Beziehungen, auch in monogamen, gibt es grundsätzlich zwei zentrale Pole. Das eine Spektrum ist die Autonomie, das andere die Bindung. Alle Menschen bewegen sich auf beiden Spektren: Es handelt sich dabei nicht um ein einzelnes Kontinuum, sondern jede Person hat in unterschiedlichem Ausmaß sowohl autonome Bedürfnisse als auch Bindungsbedürfnisse.

Treffen zwei Menschen aufeinander, die in diesen Bedürfnissen unterschiedlich ausgeprägt sind – zum Beispiel, wenn eine Person ein starkes Autonomiebedürfnis hat und die Partnerperson eher stark bindungsorientiert ist –, entstehen daraus natürlich Spannungsfelder und Themen. Das ist etwas, das sich in sehr vielen Beziehungen zeigt.

Spannend wird es nun bei alternativen Beziehungsmodellen, etwa bei offenen Beziehungen. In diesen Modellen wird den genannten Spektren deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt, insbesondere dem Autonomiethema, dem sehr viel mehr Gewicht beigemessen wird. Gleichzeitig muss sich das Paar aber auch intensiv mit dem Bindungsthema auseinandersetzen, weil es letztlich beides braucht. Genau das finde ich so spannend, und deshalb habe ich auch diesen Buchtitel gewählt.

“Ist Monogamie ein Auslaufmodell?” Die Frage wird gleich zu Beginn des Buches gestellt. Man könnte vielleicht auch fragen: Ist Polyamorie eine Generationensache? Die Offenheit gegenüber alternativen Beziehungsformen ist größer geworden, oder?

Zunächst einmal zur Einordnung: Ich glaube nicht, dass die Monogamie ein Auslaufmodell ist. Ebenso halte ich es für falsch zu sagen, dass heutzutage eigentlich nur noch offene Beziehungsmodelle passend seien. Beides trifft meiner Ansicht nach nicht zu.

Ich glaube jedoch, dass die gesellschaftliche Entwicklung offene Beziehungsmodelle heute überhaupt erst möglich macht. Anders gesagt: Bis vor einigen Jahren war faktisch fast ausschließlich Monogamie möglich. Nicht unbedingt, weil man sich bewusst gegen Offenheit entschieden hätte, sondern weil andere Modelle strukturell kaum umsetzbar waren.

Das hat weniger mit einer plötzlich gewachsenen Offenheit zu tun, sondern ist vielmehr ein gesellschaftliches Artefakt. Noch vor relativ kurzer Zeit war zum Beispiel finanzielle Sicherheit – insbesondere für Frauen – ohne Ehe kaum denkbar. Die monogame Ehe bot diese notwendige Absicherung. Das hat sich heute grundlegend verändert.

Diese Entwicklungen sind starke Voraussetzungen dafür, dass Menschen überhaupt beginnen können, anders zu denken, Wünsche zu formulieren und Bedürfnisse zu äußern – und zwar für alle Geschlechter. Die heutige Offenheit hängt daher stark damit zusammen, dass diese Möglichkeiten überhaupt bestehen.

Darüber hinaus hat auch der Einfluss von Diversitätsbewegungen, etwa im Kontext queerer Themen, zu einer größeren gesellschaftlichen Offenheit beigetragen. Anderssein oder Beziehungen anders zu gestalten wird grundsätzlich zunehmend akzeptiert. Natürlich gibt es weiterhin viele Vorurteile und Stigmatisierungen, aber insgesamt ist von gesellschaftlicher Seite eine größere Offenheit in diesem Bereich erkennbar.

Ich möchte aber noch einen wichtigen Punkt ansprechen, es lässt sich nämlich beobachten, dass offene Beziehungsformen in den letzten ein bis zwei Jahren beinahe zu einem Trend geworden sind. Mit einer Trendbewegung geht auch eine gewisse Gefahr einher, und genau diese beobachte ich derzeit. Die Gefahr besteht darin, dass Paare sich auf offene Beziehungsmodelle einlassen – nach dem Motto: Das ist jetzt zeitgemäß, also machen wir das einfach. Dabei geraten viele Paare in erhebliche Schwierigkeiten, die meiner Ansicht nach vermeidbar wären, wenn man sich im Vorfeld intensiver damit auseinandersetzen würde - das ist auch im Kern meine Motivation für das Buch.

Im Buch nennen Sie Mythen und reale Herausforderungen nicht-monogamer Beziehungen. Welcher Mythos hält sich am hartnäckigsten – und warum?

Ich möchte hier gerne zwei besonders hartnäckige Mythen aufgreifen: einen eher negativ konnotierten und einen eher positiv besetzten.

Der negative Mythos ist das weit verbreitete Vorurteil, offene Beziehungen seien grundsätzlich riskanter und Paare in solchen Beziehungsformen würden früher oder später ohnehin scheitern. Dazu möchte ich klar sagen: Viele Menschen übersehen oder vergessen, dass es eine hundertprozentige Sicherheit in Beziehungen grundsätzlich nicht gibt.

Aus wissenschaftlicher Perspektive lässt sich dieser Mythos nicht bestätigen. Eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2025 hat in einer Metaanalyse monogame Partnerschaften mit offenen Beziehungsmodellen verglichen und keinen signifikanten Unterschied festgestellt – bezogen auf die Zufriedenheit der Paare. 

Auch aus psychologischer Sicht gilt: Absolute Sicherheit gibt es nicht. Jede Beziehung, unabhängig von ihrer Form, braucht kontinuierliche Pflege. Und jede Beziehung sollte eine freie Entscheidung sein. In unserer Gesellschaft wird oft vergessen, dass auch die monogame Beziehung eine bewusste, freiwillige Entscheidung ist. Genau das zeigt, dass es hier nicht um die Beziehungsform an sich geht.

Der zweite Mythos ist eher positiv besetzt und begegnet uns besonders häufig im Zusammenhang mit dem aktuellen Trend zu offenen Beziehungsmodellen. Es ist die Vorstellung: „Dann kann ich machen, was ich will“ oder „Dann kann ich Sex haben, mit wem ich möchte“. Das ist schlichtweg falsch.

Tatsächlich ist es sogar so, dass offene Beziehungen deutlich mehr Vereinbarungen, mehr Reflexion und vor allem mehr Kommunikation erfordern. Es ist also fast das Gegenteil von völliger Beliebigkeit. Diese vermeintliche „totale Freiheit“ existiert so nicht.

"Wenn wir an dieser Stelle noch einmal auf den Titel zurückkommen, zeigt sich genau hier, wie zentral dieses Spannungsfeld ist: Der Titel zieht sich durch das gesamte Buch und wird auch an diesem Mythos deutlich. 'Ich kann machen, was ich will' wird oft mit totaler Freiheit verwechselt – dabei braucht es gerade hier ein sehr bewusstes Austarieren von Freiheit und Bindung."

Welche Voraussetzungen für eine offene Beziehung sind wirklich zentral – und welche werden häufig unterschätzt? 

Eine zentrale Voraussetzung ist auf jeden Fall die Kommunikationsfähigkeit. Das klingt zunächst wie ein Schlagwort, deshalb möchte ich das kurz erläutern. Kommunikation hat sehr viel mit Introspektion zu tun, also mit der Fähigkeit, die eigenen Gefühle wahrzunehmen, einzuordnen und darüber mit dem Partner oder der Partnerin sprechen zu können. Das ist zwingend notwendig. Ebenso wichtig ist der Umgang mit den eigenen Gefühlen. In der Psychologie sprechen wir hier von Gefühlsregulation. Diese Fähigkeit hängt eng mit Selbstverantwortung zusammen – im Gegensatz dazu, Verantwortung für die eigenen Gefühle an die Partnerperson abzugeben. Das ist eine der ganz zentralen Voraussetzungen unter mehreren.

Was aus meiner Sicht häufig unterschätzt wird – und hier beziehe ich mich auf Ihre zweite Frage –, ist der notwendige Investitionsaufwand. Eine offene Beziehung „funktioniert“ nicht einfach von selbst. Man kann nicht sagen: Wir machen das jetzt, und dann läuft das schon. Vielmehr braucht es ein hohes Maß an Bewusstsein und die Bereitschaft, sich kontinuierlich und aktiv damit auseinanderzusetzen.

Monogame Beziehungen profitieren davon, dass es gesellschaftlich viel Erfahrung und Orientierung gibt, was den Umgang mit ihnen erleichtert – auch wenn selbstverständlich auch sie gepflegt werden sollten. In alternativen Beziehungsmodellen ist diese bewusste Pflege jedoch zwingend erforderlich.

Ebenfalls häufig unterschätzt werden die notwendigen Ressourcen, insbesondere zeitliche und emotionale Ressourcen. Offene oder polyamore Beziehungsformen erfordern Zeit, Energie und Aufmerksamkeit: für Gespräche, für Abstimmungen und für Beziehungspflege – insbesondere dann, wenn mehrere Menschen involviert sind. Viele Paare realisieren erst im Prozess, wie hoch dieser Aufwand tatsächlich ist, und reagieren dann überrascht.

Sie haben es schon betont: Ein wichtiges Thema ist Kommunikation auf mehreren Ebenen. Was unterscheidet Kommunikation in offenen oder polyamoren Beziehungen grundlegend von der in monogamen Partnerschaften?

Ich würde sagen, es ist zwingend notwendig, dass es eine gewisse Regelmäßigkeit im Austausch gibt. In monogamen Beziehungen ist es eher möglich zu sagen: Wir haben gerade eine anstrengende Phase, wir haben wenig Zeit für Austausch, und dann kann ein solches Gespräch auch einmal einen Monat lang ausbleiben.

In offenen Beziehungsmodellen ist das jedoch nicht möglich. Hier ist ein regelmäßiger Austausch unabdingbar. Deshalb plädiere ich dafür und empfehle auch ausdrücklich, wöchentlich einen klar definierten Rahmen für diese Gespräche zu schaffen. Es geht zum einen um die Regelmäßigkeit und zum anderen darum, diesem Austausch einen festen Platz zu geben – mit einer klaren Struktur und einem bewussten Rahmen.

Das ist deshalb so wichtig, weil es in monogamen Beziehungen viele implizite Regeln und gesellschaftlich vorgegebene Rahmenbedingungen gibt. Vieles muss nicht explizit verhandelt werden – nicht alles, aber doch einiges.

In offenen Beziehungsmodellen hingegen muss nahezu alles gemeinsam ausgehandelt werden. Es braucht explizite Absprachen und einen gemeinsamen Konsens. Genau dafür ist dieser regelmäßige Austausch notwendig. Er bildet gewissermaßen das „Gefäß“, in dem diese Verhandlungen stattfinden können und in dem kontinuierliche Verständigung möglich wird.

Eifersucht spielt für viele eine zentrale Rolle – oft als Ausschlusskriterium für nicht-monogame Modelle. Wie sollte man vorgehen, wenn Eifersucht sehr präsent ist?

Ich würde auf keinen Fall sagen, dass Eifersucht ein Ausschlusskriterium für offene Beziehungen ist. Das ist ein weit verbreiteter Mythos – die Vorstellung, man dürfe in offenen Beziehungen nicht eifersüchtig sein, ist falsch.

Eifersucht ist ein völlig normales Gefühl. Sie signalisiert uns etwas und zeigt, worauf wir achten sollten. Ein Ausschlusskriterium wäre Eifersucht allenfalls dann, wenn sie einen fast pathologischen Charakter hat – also, wenn jemand von vornherein extrem eifersüchtig ist und dadurch kaum noch funktionsfähig in Beziehungen ist. Zum Beispiel, wenn jemand sagt: „Ich war schon in allen meinen Beziehungen extrem eifersüchtig.“ In solchen Fällen hängt die Eifersucht sehr stark mit der eigenen Geschichte zusammen, und man muss vorsichtig sein, weil das Gefühl dann ständig sehr belastend ist.

Für die meisten Menschen gilt jedoch: Eifersucht ist normal und gehört auch in offenen Beziehungsmodellen dazu. Entscheidend ist, wie man damit umgeht. Wenn Eifersucht auftritt, kann man sich fragen: Ist sie situativ, also ausgelöst durch konkrete Situationen in dieser Partnerschaft? Hat sie mit der eigenen Geschichte oder Persönlichkeit zu tun? Oder ist es eine Mischung aus beidem?

Diese Unterscheidung ist wichtig, um zu verstehen, woher das Gefühl kommt und wie man damit umgehen kann. Es geht also darum zu reflektieren: Ist die Eifersucht ein eigenes Thema oder ein Beziehungsthema, das gemeinsam betrachtet werden sollte?

Ein Kapitel widmet sich dem Thema Kinder in offenen Beziehungsformen. Welche Probleme können hier auftreten und wie kann man ihnen begegnen?

Viele Menschen, die sehr aufgeklärt, transparent und offen mit ihrer Beziehungsform umgehen, dienen ihren Kindern dadurch oft eher unbewusst als gutes Vorbild. Das ist zwar ein positiver Aspekt, aber spannenderweise passiert mit dieser Offenheit dann noch etwas anderes: Diese Überzeugung kann zu viel werden und die Kinder überfordern. Eltern wollen aus Begeisterung, eigenen Erfahrungen oder aus ideologischen Gründen oft zu viel erzählen und die Kinder „einweihen“. Meine Empfehlung lautet daher: Nur so viel teilen, wie nötig, und nicht alles, insbesondere was die sexuellen Aktivitäten ausserhalb der Beziehung anbelangen. Es ist völlig in Ordnung zu sagen: „Das ist etwas Persönliches.“

Bei Kindern gilt außerdem: Transparenz hat Grenzen. Es geht nicht darum, Lügen grundsätzlich zu vermeiden, sondern die Kinder zu schützen. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu Erwachsenenbeziehungen, wo Ehrlichkeit das oberste Prinzip sein kann. Kinder brauchen Sicherheit, Stabilität und verlässliche Strukturen – nicht detaillierte Informationen darüber, wer wann mit wem welche Beziehung hat.

Für Kinder ist entscheidend, dass sie sich sicher fühlen, dass ihre Eltern weiterhin präsent und verfügbar sind, und dass Rituale und Betreuung verlässlich stattfinden. Alles andere ist für sie in der Regel nicht relevant. Bei polyamoren Beziehungen hingegen ist es anders: Diese können für Kinder durchaus eine Bedeutung haben, zum Beispiel in der Betreuung. Da braucht es dann einen anderen Umgang.

Ein eigenes Kapitel richtet sich an Therapeut*innen. Was sollten Fachpersonen, die mit nicht-monogam lebenden Klient*innen arbeiten, besonders beachten? Welche Haltung sollte man einnehmen?

Ich möchte etwas hervorheben, das vielleicht etwas überraschend ist und nicht zu den typischen Themen gehört, das meiner Erfahrung nach aber besonders wichtig ist: die eigene Einstellung der Fachperson.

Das gilt grundsätzlich in therapeutischen Berufen, ist aber besonders relevant bei Themen, die in der Gesellschaft noch nicht stark verankert sind – wie etwa offene Beziehungen. Oft wird unterschätzt, wie entscheidend die persönliche Haltung der Therapeutin oder des Therapeuten ist.

Ich gebe regelmäßig Fortbildungen für Fachpersonen, die mit Paaren in offenen Beziehungen arbeiten. Dabei erlebe ich immer wieder, dass die begleitenden Fachpersonen oft selbst sehr offen eingestellt sind – was auf den ersten Blick naheliegend erscheint. Spannend wird es jedoch in der Praxis, gerade in der Paartherapie: Hier ist es zwingend, allparteilich zu bleiben.

Häufig kommt es vor, dass ein Partner skeptisch ist, während der andere Partner die Beziehung öffnen möchte. Wenn die Therapeutin oder der Therapeut diese Skepsis nicht berücksichtigt, weil sie selbst so begeistert oder überzeugt von offenen Beziehungsmodellen ist, kann das problematisch werden. Eine zu starke eigene Überzeugung kann die Arbeit erschweren oder die Partner überfordern.

Diese Erfahrung habe ich sowohl aus meiner Lehrtätigkeit als auch aus Supervisionen gewonnen. Sie zeigt, wie wichtig es ist, die eigene Haltung zu reflektieren und neutral zu bleiben, selbst wenn man persönlich stark interessiert oder offen ist.

Gibt es eine zentrale Botschaft, die Sie Leser*innen des Buches mitgeben möchten? Können wir etwas lernen durch die Beschäftigung mit der Vielfalt der Beziehungen?

Ja, auf jeden Fall. Mir sind dabei zwei Dinge in den Sinn gekommen, die ich wichtig finde.

Einerseits ist es das Schrittweise, das Achtsame. Das heißt, man betrachtet das ganze Thema eher wie eine Reise als Paar. Eine Reise in ein unbekanntes Land, bei der man vielleicht Vorbereitungen treffen möchte, sich Zeit lässt und nicht sofort auf ein Ziel fixiert ist. Es geht also nicht darum: „Jetzt machen wir die Beziehung offen und dann haben wir ein bestimmtes Ergebnis.“ Sondern der Weg selbst, wie man diese Schritte geht, ist das Wesentliche. Und genau das wird auch in jedem Kapitel meines Buches deutlich: Es geht um Wachstum, um Weiterentwicklung, um das Lernen auf diesem Weg. Wenn man das Buch liest, kann man mitnehmen, dass es immer auch um diese Reise geht.

"Der Weg selbst, wie man diese Schritte geht, ist das Wesentliche. Und genau das wird auch in jedem Kapitel meines Buches deutlich: Es geht um Wachstum, um Weiterentwicklung, um das Lernen auf diesem Weg. Wenn man das Buch liest, kann man mitnehmen, dass es immer auch um diese Reise geht."

Der zweite Aspekt ist für mich, dass es sich immer lohnt, die eigenen Gefühle ernst zu nehmen und zu reflektieren, was sie einem sagen. Das gilt bei allen Beziehungsformen, aber besonders bei offenen Beziehungen. Gefühle wie Eifersucht oder Unsicherheit sind Signale, die man nicht einfach beiseiteschieben sollte. Es geht darum, wirklich bei sich selbst hinzuschauen, Selbstverantwortung zu übernehmen und die eigenen Reaktionen zu verstehen.

Dr. Ursina Donatsch

Dr. Ursina Donatsch ist leidenschaftliche vierfache Mutter und gebürtige Bündnerin. Ihr Psychologiestudium absolvierte sie in Zürich, wo sie sich anschließend zur Psychotherapeutin, Paartherapeutin und Sexualtherapeutin weiterbildete. Ihre Promotion in den Sexualwissenschaften zum Thema Pornografie und Partnerschaften basiert auf einer umfangreichen Studie mit über 1 000 Probanden. Seit vielen Jahren praktiziert sie erfolgreich in eigener Praxis und teilt ihr Wissen als Dozentin an verschiedenen Instituten. Neben ihrer therapeutischen Tätigkeit ist sie eine gefragte Autorin von Artikeln, Ratgebern und Kolumnen zu den Themen Sexualität und Partnerschaft.

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