Produktinformationen
Einsatzbereich:
Erwachsene im Alter von 21 bis 79 Jahren; klinisch-neuropsychologische Diagnostik und Begutachtung; allgemeine Psychodiagnostik zur Abklärung der verbalen Lern- und Merkfähigkeit; differenziert insbesondere auch im unteren Leistungsbereich.
Das Verfahren:
Der VGT ist ein Test zur Prüfung der verbalen Lern- und Merkfähigkeit. Das Testmaterial besteht aus zwei Wortlisten (Parallelformen A und B) mit jeweils 15 kategoriellen Oberbegriffen und dazu passenden Wörtern (Unterbegriffen), die eine nur mäßig hohe bis geringe Assoziationshäufigkeit zu den Oberbegriffen aufweisen. Die Wörter sollen in fünf aufeinanderfolgenden Abfragen möglichst rasch gelernt werden. Der Test kann in zwei Varianten durchgeführt werden. In der Variante „Abruf mit Oberbegriff“ wird nach dem initialen einmaligen Vorlesen der Wortliste jedes Wort bei jeder Abfrage mit Hilfe der Vorgabe des Oberbegriffs abgefragt. Bei der Variante „Freier Abruf“ wird zunächst der völlig freie Abruf der Wörter aus dem Gedächtnis verlangt; für die dabei nicht oder nicht korrekt genannten Wörter erfolgt sofort anschließend ein Abruf mit Vorgabe des jeweils passenden Oberbegriffs als Hinweisreiz. Bei beiden Durchführungsvarianten wird nach einem Intervall von 20–30 Minuten ein verzögerter Abruf durchgeführt. Als Leistungsparameter dienen die Anzahl der richtigen Antworten bei den einzelnen Abfragen und die über die Abfragen der Lernphase kumulierte Anzahl der richtigen Antworten. Für die Variante „Freier Abruf“ wird darüber hinaus der Prozentsatz des freien Abrufs am Gesamtabruf ermittelt.
Zuverlässigkeit:
Die Paralleltest-Reliabilität ist bei beiden Durchführungsvarianten befriedigend hoch, insbesondere bei den Leistungswerten im fünften Abfragedurchgang (zwischen r = .68 und r = .80).
Gültigkeit:
Die Untersuchung der korrelativen Zusammenhänge zwischen den Leistungen beim VGT und anderen Tests zeigen, dass der VGT in spezifischer Weise die über das verbale Kurzzeitgedächtnis hinausgehende verbale Lern- und Merkfähigkeit erfasst. Die mit dem VGT geprüfte Gedächtnisleistung ist unabhängig von allgemeinen Intelligenzleistungen sowie von nonverbalen Gedächtnisleistungen.
Normen:
„Abruf mit Oberbegriff“: N = 151 gesunde Probanden (40 bis 79 Jahre); es stehen nach Geschlecht getrennte, bildungskorrigierte Prozentränge zur Verfügung. „Freier Abruf“: N = 214 gesunde Probanden (21 bis 70 Jahre); hier stehen nach Geschlecht getrennte, mit mittlerer Reife oder Abitur alterskorrigierte Prozentränge zur Verfügung; gesonderte Prozentränge werden für die Untergruppe aller Probanden mit Hauptschulbildung angegeben.
Bearbeitungsdauer:
Je nach Durchführungsvariante 10–20 Minuten („Abruf mit Oberbegriff“) bzw. 15–30 Minuten („Freier Abruf“) für die Lernphase sowie 3–5 Minuten für die verzögerte Abfrage und ca. 10 Minuten für die Auswertung und Normwertermittlung.
In Anwendung seit 2012.